Wie jeder Pkw, besitzt auch der Volvo 480 vier Stossdämpfer, pro Rad einen Dämpfer. Häufig werden die Stossdämpfer
auch als „Schwingungsdämpfer” bezeichnet, womit schon die eigentliche Arbeit der Stossdämpfer beschrieben wird: Das Abfangen der
zur Straße hin vertikalen Federbewegungen. Die eigentliche Federung übrigens, bspw. bei Fahrt über eine holperige
Straße, übernehmen nicht etwa die Stossdämpfer, sondern die in der Abb. gezeigten Schraubenfedern.
In aller Regel sind bei dem Volvo 480 hydraulische Stossdämpfer eingebaut, d.h. die auf- und abfahrende Kolbenstange erfährt —
vereinfacht ausgedrückt — an ihrem Ende, also an dem mit Lamellenventilen versehenen Kolben, Widerstand durch das sich im Zylinder
befindende Hydrauliköl. Eine geringfügig andere Variante stellt der sog. Gasdruckdämpfer dar: Im Ausgleichsraum für das
gepresste Öl (Kraft nach unten - Kolbenstange fährt ein) bzw. angesaugte Öl (Kraft nach oben - Kolbenstange fährt aus)
befindet sich statt Luft Stickoxid mit etwa 25 bar Druck. Da beim Gasdruckdämpfer Öl und Gas stets unter Druck stehen, ist ein
Schäumen des Öls mit verminderter Dämpfungswirkung (im Gegensatz zum rein hydraulischen Stossdämpfer) ausgeschlossen.
Ein Wechsel der Stossdämpfer wird im allgemeinen beim Volvo 480 nach 130.000 km bis 150.000 km Fahrleistung fällig. Nicht mehr
einwandfrei arbeitende Stossdämpfer machen sich dadurch bemerkbar, daß das Auto bei Unebenheiten auf der Straße stark nachfedert.
Eine solche zu große Nachfederung kann mit einem Herunterdrücken des Autos (hinten oder vorne) ganz grob festgestellt werden. Ein bis
zu 2-maliges Nachfedern ist in Ordnung, was darüber hinausgeht, könnte auf schadhafte Stossdämpfer hinweisen. Bei schadhaften
hinteren Stossdämpfern kann der Elch „rappeln“ oder verliert bei starker Bremsung stellenweise den hinteren Bodenkontakt.
Tritt Öl aus den Stossdämpfern, ist ein sofortiger Wechsel fällig. Stossdämpfer sollten immer paarweise je Achse
gewechselt werden.
Hydraulische Standardstossdämpfer für hinten sind für etwa 75 Euro das Paar, Gasdruckdämpfer (z. Bsp.
„Super Touring“ von SACHS, Hersteller-Nr. 170 087) für 119 Euro das Pärchen zu haben (Stand März 2010).
Der Wechsel der hinteren Stossdämpfer ist unkompliziert und geht flott vonstatten. Es wird neben dem Reifenwechsel-Equipment
lediglich eine Ratsche mit 17er-Nuss, ein 17er-Gabel- oder Ringschlüssel und ein Dorn benötigt. Etwas MOS-Öl für eingerostete Schrauben macht sich ggf. auch ganz gut.
Was ist zu tun (je Stossdämpfer hinten)?
- Rad abmontieren.
- Schraube am Stossdämpfer oben lösen (diese hat karosserieseitig ein festes Gewinde als Gegenstück).
- Schraube unten lösen (Gegenstück ist eine Mutter).
- Untere Schraube rausnehmen; ggf. mit einem Dorn vorsichtig einschlagen.
- Schraube oben von Hand rausziehen.
- Stossdämpfer rausnehmen und den neuen einsetzen; der neue Stossdämpfer läßt sich leicht mit Hand eindrücken oder ausfahren, so dass jetzt...
- der Stossdämpfer der Länge nach passt und unten die Schraube wieder eingesetzt werden kann (Kolbenstange muss oben sein!).
- Obere Schraube einsetzen und festdrehen.
- Rad anmontieren und gleiches Spiel bei dem an der Achse gegenüberliegenden Rad vornehmen.
- Zündschlüssel drehen und wieder Spass haben!
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Links ist ein vom 480 Turbo ausgebauter, originaler und nicht mehr einwandfrei arbeitender
hydraulischer Stossdämpfer zu sehen. Dort wo sich die Schutzhülle befindet, verbirgt sich immer auch die Kolbenstange. Bis auf
wenige Exemplare ist darauf zu achten, daß die Kolbenstange beim Einbau oben angeschraubt, der Stossdämpfer also
nicht irrtümlich verkehrt herum eingebaut wird. Die
Abbildung unten links zeigt eine neue Gasdruckfeder von SACHS im eingebauten Zustand. Rot umrandet sind die obere und die untere Befestigungsschraube.
Als Schutzhülle für die Kolbenstange dient hier übrigens ein Faltbalk. Vor der unteren Befestigungsschraube verläuft der hintere
linke Handbremszug.
Unten rechts ist die eigentliche Federung des kleinen Elches, eine „Schraubenfeder“ zu sehen.
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